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Tresen-Kolumne: Sektfrühstück und Pfefferspray

Natürlich wurde, nach dem Mord an George Floyd durch vier Polizeibeamte in Minneapolis, die antirassistische Demo (auch) gegen Polizeigewalt gestern in Hamburg am Abend gewaltsam von der Polizei geräumt. Aufgerufen wurde von Lampedusa in Hamburg, dem Black History Month Hamburg, der Black Community Hamburg und Asmaras World-RefugeeSupport. Schon vor Veranstaltungsbeginn wurde der öffentliche Nahverkehr in die Innenstadt gekappt. Alle Busse und Bahnen fuhren direkt und ohne Stopp zum Hauptbahnhof durch. Die ungestört durchgewunkenen Autokorsos aus Mercedes G-Klassen und Range Rovers, die zum Sektfrühstück in die Alsterarkaden wollten, machten so relativ klar, wem die Stadt gehört und wem nicht. Der Weg vom Hauptbahnhof zum Rathausmarkt ist zwar nicht weit, war aber laut Berichten von Peers für manche, vorbei an der grinsenden Bereitschaftspolizei, ein echter Spießrutenlauf. Und so war auch die Auflösungsaufforderung der Einsatzleitung ca. eine halbe Stunde nach Veranstaltungsbeginn, die durch einen Lautsprecherwagen mitgeteilt wurde, ein Beispiel von nett gemeintem, paternalistischem und strukturellem Rassismus: Im Ton des diplomatischen Vaters verkündete man dort den Protestierenden, man habe heute ein gutes Bild erzeugt und der Punkt sei ja wohl gemacht, nun aber müsse man die Veranstaltung zur Pandemieeindämmung auflösen. Diese Forderung zeigt, dass die schiere Ansammlung nicht-weißer Körper in einer deutschen Innenstadt bereits Skandal genug ist, um zu vermuten, dass die aufrufenden Gruppen damit bereits zufrieden ihre Redebeiträge zurückziehen würden. Es wurde weiter geredet, der Platz blieb gefüllt und so kommen wir zum Anfang zurück, in einen Nebel aus Pfefferspray und Wasser.

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Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Aktuelle Beiträge auf rhizome.hfbk.net

rhizome.hfbk.net ist das soziale Netzwerk der HFBK. Es eröffnet ein digitales Forum für Austausch und Diskussion, in dem Studierende, Lehrende, Gastautor*innen, Kunstkritiker*innen und die interessierte Öffentlichkeit für ein breites Spektrum an Inhalten und Sichtweisen sorgen. Hier finden sich Ausstellungsbesprechungen, eine regelmäßige Kunstpresseschau, literarische Texte sowie Berichte von Vorträgen und Symposien.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?