de en

Die Tresen-Kolumne: Orchesterprobe

Orchesterprobe

Ich bin ein bisschen langsam. Oft geb ich in Diskussionen den Schweigefuchs, nicht weil es mich nicht interessiert, sondern weil ich so lange brauche, zu einem sagbaren Ergebnis zu kommen. Ich geh dann oft nach Hause und wenn ich dann in der Nacht im Bett liege, dann fallen mir ganz viele Sachen ein, die ich darauf antworten könnte. Wie so Menschen, die am nächsten Tag über einen Witz lachen: lange Leitung. Das war nicht immer so, es ist über die Zeit passiert, eingeschlichen mit den Sachen, die ich so zum Lesen gefunden habe. Von: Jedem Anfang liegt ein Zauber inne zu jedem Anfang liegt ein Zweifel inne oder jeder Welterklärung liegt eine Gewalt inne oder jeder projizierten Zukunft liegt eine erzählte Vergangenheit inne. Wie der Versuch, sein Zimmer aufzuräumen und eigentlich hat man nur alles in irgendeine Ecke gestopft. Der Teppich ist wieder frei, ok, aber der ganze Zausel dämmert doch nur in der Dunkelheit weiter vor sich hin. Es tut trotzdem gut, das manchmal zu machen und wieder Platz auf dem Teppich zu haben. Vielleicht ist es der Protestantismus meiner Kindheit, der sich als „Leben heißt Leiden“-Diktum über die ganze Sache stülpt. Wie bekommt man das weg? Keine Haltungsgenerierung ohne das Gefühl, dafür zumindest ein paar andere Erkenntnissachen unter den Teppich zu kehren. Das ist vielleicht die einzige Universalie, die bleibt: warum etwas passiert und warum es wen betrifft, lässt sich nicht abschließend und für alle Bereiche mit Hilfe nur eines ideologischen Bestecks endgültig erklären. Das Konzert ambivalenter Welterklärung wird immer ein Medley sein: Hits, Hits, Hits, Katzenmusik, Orchesterprobe, Streit im Publikum, Magenschmerzen, große Pause, Brezeln, Hits, Hits, Hits, Streit mit der Dirigent_innengruppe. Wenn ich jetzt endlich etwas zu sagen habe, ist das Konzert aber schon ganz woanders. In der Pause hole ich mir erst mal eine Brezel.

https://rhizome.hfbk.net/p/148281


Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?